Padlet als „online ressource box“

Über den Classcraft-Blog bin ich auf die Kollegin Jade Choung aufmerksam geworden, die Padlet als „online ressource box“ in ihren Unterricht einbindet.

Padlet ist eine Online-Pinnwand, die man übers Internet kooperativ gestalten kann. Man kann sie aber auch nutzen, um Unterrichtsinhalte zu sammeln und für Schüler  zugänglich zu machen. Man hat die Möglichkeit mit wenigen Klicks Schrift, Links, Videos und andere Datein einzufügen. Die fertige Pinnwand kann entweder privat (nur ich und eingeladene Benutzer), passwortgeschützt, geheim (nur wer den Link kennt, kann darauf zugreifen) oder öffentlich teilen. Zudem kann man Berechtigungen setzen (z.B. nur lesen können).

Einsatz im Unterricht

Ich nutze diese „online ressource box“, um die behandelten Inhalte (zu einem bestimmten Thema für meine Schüler zu sammeln. Jeder kann zu jeder Zeit auf diese Pinnwand zugreifen, um sich mit bestimmten Aspekten nochmal einmal auseinanderzusetzen. Die Schüler haben keine Bearbeitungsrechte, können sich die Inhalte also nur ansehen und Dateien downloaden.

Hierfür haben wir einen QR-Code im Klassenzimmer aufgehängt, über den die Schüler mit dem iPad auf Padlet zugreifen können.

Mögliche Inhalte

  • Lernvideos (via YouTube)
  • Aufgaben aus dem Schulbuch
  • Online-Übungen (Learning-Apps)
  • oder Arbeitsblätter (als PDF)

Erweiterung

Wie bereits erwähnt, ist Padlet eigentlich ein Tool zum kooperativen Arbeiten. Mit den passenden Berechtigungen können Schüler sich ihre Pinnwand auch gemeinsam zusammenstellen und bearbeiten.

Padlet kann entweder über den Browser oder über die zugehörige App (iOS / Android) verwendet werden. Zum Zugang benötigen die Schüler aber lediglich den Link bzw. einen QR-Code Reader zum Auslesen des QR-Codes.

Grüße Philipp

 

Flipped Classroom meets Classcraft

Im letzten Post hatte ich ja bereits allgemein zum Thema „flipped classroom“ geschrieben. Aber wie kann ich das konkret in meinem Unterricht einsetzen? Da wir Classcraft im Unterricht einsetzen und die dazugehörige App über die Möglichkeit verfügt Unterrichtsinhalte einzuplegen, habe ich folgendes Szenario entwickelt:

  1. Lernvideo zum Thema erstellt, auf YouTube geladen.
  2. Lernvideo und Arbeitsanweisungen in Classcraft eingefplegt.
  3. Arbeitsmaterial hochgeladen (Übungsblätter, LearningApp zum Thema)
  4. kurze Einführung der Methode mit den Schülern (im Plenum)
  5. Selbstständige Arbeitsphase kombiniert mit kooperativer Lernform
    1. Think: Lernvideo ansehen + erstes Übungsblatt erledigen und im Heft verschriftlichen
    2. Pair: weiteres Übungsblatt mit Partner bearbeiten, ggfs. Lernvideo nochmals ansehen
    3. Share: Methode „aktives Plenum“ (> Vortrag Dr. Christian Spannagel), Schüler bearbeiten kooperativ weitere Aufgaben zum Thema, Lehrer nur als Lernbegleiter dabei.
  6. Vertiefung des Gelernten: z.B. durch Wochenplanarbeit, Lernspiele, LearningApps … (aktiver Part für den Lehrer)
Unterrichtsinhalte in der Classcraft App

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schüler haben jederzeit die Möglichkeit sich das Lernvideo nochmals anzusehen (z.B. auch über Links auf den PDF-Arbeitsblättern). Das Erledigen der Aufgaben ist natürlich mit den Belohnungen in Classcraft gekoppelt und soll zusätzliche Motivation schaffen.

Um der eigentlichen Methode noch gerechter werden zukönnen, soll künftig ausprobiert werden, ob die Schüler auch in der Lage sind, die Input-Phase vollständig zuhause zu durchlaufen, damit wir in der Schule direkt in die Übungs- und Vertiefungsphase gehen können.

Viele Grüße Philipp

 

Unterrichtsmethode „flipped classroom“ – umgedrehter Unterricht mit iPad

„flipped classroom“ steht wörtlich für „umgedrehtes Klassenzimmer“. Es handelt sich hierbei um eine Unterrichtsmethode, die den traditionellen Unterricht andersherum denkt:

  • Lehrer erstellt Lernvideos zum Thema
  • Schüler lernen in eigenem Tempo zuhause (z.B. über YouTube)
  • in der Schule die Inhalte mit unterschiedlichen Methoden und Aufgabenstellungen einüben
  • Ziel: der Lernende soll aktiver werden, übernimmt Verantwortung für seinen Lernprozess. Lehrer haben in der Unterrichtsphase mehr Zeit für die individuellen Belange/ Lernfortschritte der Schüler („Lernbegleiter“).

Die Kollegen Sebastian Schmidt (YouTube), Sebastian Stoll (Homepage), Carsten Thein und Felix Fähnrich (YouTube) wurden für die Implementierung der Methode 2016 mit dem „MINT von morgen“-Preis ausgezeichnet. Auf ihren Kanälen kann man einen guten Eindruck gewinnen, wie so solche Lernvideos aussehen können.

Modifizierter Einsatz an der Förderschule

Seit kurzem habe ich meinen Mathe-Unterricht auch „geflipped“ mit bisher sehr positiven Erfahrungen. Ich gehe allerdings davon aus, dass unsere Schüler zuhause nicht immer die Möglichkeiten haben, sich die Videos anzusehen. Deshalb habe ich die Video-Phase in den Unterricht gelegt. Zudem bette ich die Methode in eine kooperative Lernform (think-pair-share“) ein, um die Lernfortschritte zunächst im Austausch mit anderen Lerndenen zu vertiefen.

So sieht das konkret aus:

  • Lernvideo zum Thema alleine ansehen (think): Videos sind so gestaltet, dass die Schüler häufig parallel mit konkretem Material arbeiten oder Beispielaufgaben begleitend zum Video aufschreiben.
  • Austausch mit Klassenkameraden (pair): eine Wiederholungsaufgabe wird kooperativ erarbeitet.
  • Gruppentisch (share): Schüler erklären Gelerntes, Fragen werden geklärt, Übergang in eine längere Übungsphase (Lehrer als Lernbegleiter).

Eigene Lernvideos ganz einfach erstellen:

  • mit der App Explain Everything (Post + Tutorial hier!)
  • Vorgang einfach mit Kamera/ iPad abfilmen
  • auf vorhandene Lernvideos zurückgreifen (z.B. YouTube)

Viele Grüße Philipp

 

Umfragen im Klassenzimmer mit Plickers

Umfragen in der Klasse, vor allem in digitaler Form, sind meiner Erfahrung nach sehr motivierend für Schüler! Hier höre ich aber häufig den Einwand, dass doch jedes Kind über ein Tablet verfügen müsse. Mit der App Plickers benötigt allerdings nur der Lehrer ein Tablet oder Smartphone (das im Idealfall mit einem Beamer verbunden ist).

Das Prinzip ist einfach:

Jeder Schüler erhält einen einzigartigen Code, mitdem er auf eine Frage antworten kann. Je nachdem wie herum er diesen Code hält hat er die Möglichkeit mit A, B, C oder D zu antworten. Man hält die Kärtchen Richtung Lehrer, der mithilfe des Tablets oder Smartphones und der dazugehörigen Plickers-App die Codes einscannt.

So kann das ganze im Klassenzimmer konkret aussehen:

Um Fragen erstellen zu können, kann man sich kostenlos auf www.plickers.com anmelden (Tutorials auf YouTube). Die Kärtchen erhält man ebenfalls dort und kann sie sich im Klassensatz ausdrucken. Es besteht auch die Möglichkeit die Kärtchen direkt Schülernamen zuzuordnen.

Vorteile:

  • nur 1 Tablet/ Smartphone (mit Beameranbindung) nötig
  • schnell durchgeführt (Kärtchen austeilen oder am Platz liegend)
  • Ergebnisse werden direkt auf der Projektionsfläche angezeigt
  • Scannen funktioniert auch bei schlechtem Licht sehr gut
  • hohe Motivation der Schüler
  • schnelle Übersicht für den Lehrer
  • App kostenlos, für Android und iOS verfügbar!

Nachteile:

  • Fragen müssen über Homepage eingepflegt werden.
  • Wenn Schüler ihre Finger (auch nur ein bisschen) über den Code halten, kann er nicht gescannt werden. Ich habe die Kärtchen hierfür etwas angepasst und einen breiten Rand gelassen (Download Kärtchen)

Einsatz im Unterricht

  • Lernzielkontrollen
  • Klassensprecherwahl
  • Abstimmungen zu unterschiedlichsten Themen

Meine Schüler verwenden Plickers sehr gerne. Wir nutzen das regelmäßig zur Kontrolle der Lernfortschritte am Ende einer thematischen Einheit.

Viele Grüße Philipp

Digitale Klassenarbeit mit PDF Expert

An der Förderschule oder in inklusiven Settings kann es schon mal vorkommen, dass vereinzelte Schüler bis in die höheren Klassen nicht oder nur schlecht lesen und schreiben können. Damit diese Schüler aber dennoch in der Lage sind ein Arbeitsblatt zu bearbeiten oder eine Klassenarbeit mitzuschreiben, habe ich mir folgendes überlegt:

Mit der App PDF Expert kann man die Klassenarbeit als PDF abspeichern, welche die Schüler dann bearbeiten können. So kann der Schüler dann vorgehen:

  1. Fragen markieren und mit der Sprachausgabe des iPads vorlesen lassen!
  2. Fragen schriftlich beantworten: z.B. einzelne, einfache Worte mit dem Stift-Tool direkt in die Arbeit schreiben. Hierfür würde ich einen Stylus verwenden.
  3. Fragen mündlich beantworten: wenn man lang mit dem Finger auf eine Stelle tippt, erscheint die Option „Ton“, mit der man eine Tonaufzeichnung direkt in das PDF speichern kann. Diese kann für die Korrektur der Arbeit sogar direkt im PDF Viewer (z.B. Adobe Reader) am PC abgespielt werden.

Vorteile:

  • auch nichtlesende/ -schreibende Schüler können aktiver am Unterricht teilnehmen > Steigerung der Motivation und der Aktivität und Teilhabe!
  • kein großer zusätzlicher Aufwand für Lehrer, da Klassenarbeit/ Arbeitsblatt nur im PDF Format gespeichert werden muss.
  • zusätzliche Sicherheitseinstellung möglich: durch Einschalten des geführten Zugriffs haben die Schüler nicht die Möglichkeit die App während der Bearbeitung der Klassenarbeit zu verlassen.

Habe diese Methode jetzt schon zweimal ausprobiert und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Plötzlich merkt man, dass der nichtlesende Schüler, der sonst wenig beiträgt, sich doch auch Inhalte merken konnte und diese in einer für ihn angemessenen Form auch „aufs Papier“ bringen konnte.

Viele Grüße Philipp

 

 

Kinotrailer erstellen mit iMovie und Storyboards

Schulfilme zu erstellen ist oft sehr aufwendig und mit viel Vorbereitung verbunden, vor allem, wenn´s ums Schneiden geht!

Die App „iMovie“ (Filmschnittprogramm von Apple) bietet hier eine tolle Funktion, die es jedem ermöglicht mit einfachsten Mitteln einen professionellen Kinotrailer zu erstellen.

So geht´s:

  • einesvon 14 unterschiedlichen Themen auswählen (z.B. Bollywood, Adrenalin, Märchen …)
  • bei Übersicht die Filmschaffenden und deren Rollen eintragen (z.B. Produzent, Darsteller …)
  • im fertigen Storyboard die leeren Filmclips mit eigenen Inhalten füllen (durch Direktaufnahme oder Import aus „Fotos“)
  • Zwischenüberschriften einfügen
  • Exportieren (auch in Full HD)

Vorteile

  • geringer Zeitaufwand mit professionellem Ergebnis.
  • keine Filmschittkenntnisse erforderlich, dennoch individualisierbar.
  • kann von Schülern selbst durchgeführt werden.
  • verschiedene Themen für verschiedene Anlässe vorhanden.
  • hoher Spaßfaktor!

Nachteile

  • Dauer der Filmclips kann nicht verändert werden.

Durchführung mit Schülern

Im Prinzip können die Kids nach einer kurzen Einführung direkt losleglen. Man kann eigentlich nicht viel falsch machen oder verstellen. In der Arbeit mit Klassen empfiehlt sich aber immer ein planvolles Vorgehen, d.h. man sollte sich vorher ein Thema überlegen und zu diesem schon konkrete Gedanken machen. Hierfür arbeitet man in der Medienpädagogik häufig mit Storyboards.

Hier (Storyboards PDF) habe ich für einige Trailer Storyboards erstellt, die Sie gerne im Unterricht verwenden können!

LG Philipp

Classcraft – erste Auswertung mit den Schülern

Die erste Hälfte des Schuljahres geht zu Ende und ich habe eine erste Befragung der Schüler zu Classcraft gemacht. Hier konnten Sie in 3 Kategorien ankreuzen (positiv, neutral, schlecht).

Bewertungskriterien

 

 

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

frage1frage2frage3frage4frage6frage7frage8frage9

 

Diese Verbesserungsvorschläge wurden von den Schülern eingebracht:

  • mehr XP-Punkte für einzelne Aktionen
  • weniger HP-Punkte verlieren, wenn man mal etwas vergisst
  • Strafen sollen nicht so hoch sein
  • manchmal finde ich die Zufallsereignisse nicht fair, außer heute
  • wenn ein Teammitglied fällt sollen die anderen im Team weniger HP verlieren

Zusammenfassung Auswertung

Classcraft wird durchweg positiv aufgenommen. Die meisten Schüler geben an, dass sie das Spiel sinnvoll finden und dadurch mehr Motivation im Unterricht haben. Kein Schüler gibt an, dass er gerne Unterricht ohne Classcraft machen möchte. Auch die Regeln und die Bewertung durch den Lehrer werden weitestgehend als fair betrachtet.

Kritikpunkte gibt es vor allem im Bereich der Höhe der Strafen, der optimierbaren Menge an Erfahrungspunkten für positiv Geleistetes und ein Schüler äußert, dass er die Zufallsereignisse gelgentlich nicht fair findet.

Persönliches Fazit

Das Schüler-Feedback deckt sich zu großen Teilen mit meinen eigenen Beobachtungen. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass die Schüler gerne Classcraft spielen und das zugrundeliegende Regelwerk für sie ok und transparent ist. Die richtige Verteilung von XP für Positives und der Abzug von HP für Schlechtes sind in der Tat eine große Herausforderung für den Lehrer. Ich habe das schon mehrfach geändert und habe das Gefühl, dass es jetzt einigermaßen sinnvoll läuft, in einigen Bereichen muss hier aber nachgebessert werden.

Insgesamt bin ich zufrieden und bin gespannt, wie weit die Entwicklung der Charaktere bis zum Ende des Schuljahres fortschreitet. Die Abschlussschüler denken sogar darüber nach, Classcraft als Motto für ihre Abschlussfeier zu übernehmen 🙂