Unterrichtsmethode „flipped classroom“ – umgedrehter Unterricht mit iPad

„flipped classroom“ steht wörtlich für „umgedrehtes Klassenzimmer“. Es handelt sich hierbei um eine Unterrichtsmethode, die den traditionellen Unterricht andersherum denkt:

  • Lehrer erstellt Lernvideos zum Thema
  • Schüler lernen in eigenem Tempo zuhause (z.B. über YouTube)
  • in der Schule die Inhalte mit unterschiedlichen Methoden und Aufgabenstellungen einüben
  • Ziel: der Lernende soll aktiver werden, übernimmt Verantwortung für seinen Lernprozess. Lehrer haben in der Unterrichtsphase mehr Zeit für die individuellen Belange/ Lernfortschritte der Schüler („Lernbegleiter“).

Die Kollegen Sebastian Schmidt (YouTube), Sebastian Stoll (Homepage), Carsten Thein und Felix Fähnrich (YouTube) wurden für die Implementierung der Methode 2016 mit dem „MINT von morgen“-Preis ausgezeichnet. Auf ihren Kanälen kann man einen guten Eindruck gewinnen, wie so solche Lernvideos aussehen können.

Modifizierter Einsatz an der Förderschule

Seit kurzem habe ich meinen Mathe-Unterricht auch „geflipped“ mit bisher sehr positiven Erfahrungen. Ich gehe allerdings davon aus, dass unsere Schüler zuhause nicht immer die Möglichkeiten haben, sich die Videos anzusehen. Deshalb habe ich die Video-Phase in den Unterricht gelegt. Zudem bette ich die Methode in eine kooperative Lernform (think-pair-share“) ein, um die Lernfortschritte zunächst im Austausch mit anderen Lerndenen zu vertiefen.

So sieht das konkret aus:

  • Lernvideo zum Thema alleine ansehen (think): Videos sind so gestaltet, dass die Schüler häufig parallel mit konkretem Material arbeiten oder Beispielaufgaben begleitend zum Video aufschreiben.
  • Austausch mit Klassenkameraden (pair): eine Wiederholungsaufgabe wird kooperativ erarbeitet.
  • Gruppentisch (share): Schüler erklären Gelerntes, Fragen werden geklärt, Übergang in eine längere Übungsphase (Lehrer als Lernbegleiter).

Eigene Lernvideos ganz einfach erstellen:

  • mit der App Explain Everything (Post + Tutorial hier!)
  • Vorgang einfach mit Kamera/ iPad abfilmen
  • auf vorhandene Lernvideos zurückgreifen (z.B. YouTube)

Viele Grüße Philipp

 

Tutorial: Lernvideos mit Explain Everything erstellen

Nach dem Konzept des „flipped classroom“ erarbeitet sich der Lernenden die Inhalte zunächst selbst über professionelle Lernvideos, bevor das neu erworbene Wissen im gemeinsamen Austausch und durch Üben gefestigt wird.

Auch im „normalen“ Unterricht lassen sich Lernvideos super einbinden und ermöglichen es Schülerinnen und Schülern die Inputs zu den Themen nochmal anzusehen, bei Unklarheiten zu pausieren/ zu wiederholen oder das Video durch eigenes Mitschreiben/ Mitmachen weiter zu verinnerlichen.

Ich habe hierfür ein Tutorial zu den grundlegenden Funktionen erstellt:

App Store: https://itunes.apple.com/de/app/explain-everything-classic/id431493086?mt=8

Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.morriscooke.explaineverything&hl=de

Grüße Philipp

Erklärvideos im Handumdrehen mit explain everything

Wie war das nochmal, was heute im Unterricht erzählt wurde… ? 

Die Frage hab ich mir zumindest sehr häufig gestellt, als ich noch in der Schule war. Hier bieten Erklärvideos, die man anschließend für die Schüler zur Verfügung stellt (z.B. über YouTube) eine gute Hilfestellung!

Vor allem Explainity Videos  finde ich sehr anschaulich und lehrreich. Was mich aber abschreckt solche Videos selbst zu produzieren, ist der teilweise enorme Zeit- und Materialaufwand …

Seit Kurzem arbeite ich daher intensiv mit explain everything um kurze Lernvideos herzustellen. Hier bieten sich natürlich auch Möglichkeiten  aufwendige Lernvideos zu produzieren, es genügt aber häufig schon, wenn man einfach etwas mit einem Stylus auf den Bildschirm schreibt und begleitend verbalisiert. Explain everything zeichnet beides auf und speichert es al Video.

Ein solches Lernvideo ist innerhalb von 5 Minuten produziert!

Wie binde ich die Lernvideos in den Unterricht ein?

  • Plakat im Klassenzimmer, QR Codes leiten zu den Erklärvideos
  • WhatsApp-Gruppe mit den Schülern, Videos an die Klasse verschicken
  • QR Codes auf dem Wochenplan (siehe Grafik unten)
  • Erstellung von 1.-Hilfe-Blättern, auf denen Unterrichtsinhalte erklärt werden, Video via QR Code eingebunden
  • Videos bei Einführung des Themas über Beamer zeigen
  • Videos teilweise in der Einführungsphase aufnehmen –> Lernvideo = Einführungsphase
  • Online-Aufgabenstellungen in unserem Klassenspiel Classcraft, Einbindung des Videos über internen Video-Player
  • Starke Schüler erstellen mit ihrem iPad eigene Lernvideos für die Klasse (Festigung des Erlernten, Hilfe für die anderen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Schüler haben mir ebenfalls schon rückgemeldet, dass das eine gute Wiederholung für sie sei und sie sich dann besser an die Unterrichtsinhalte erinnern. Wenn sie in ihrem Wochenplan nicht weiterkommen, haben sie jederzeit die Möglichkeit sich das Video mit Kopfhörern nocheinmal anzusehen.

Wem das Prodzieren eigener Lernvideos dennoch zu aufwendig ist, der kann natürlich auch auf andere geeignete Videos zurückgreifen. Beim Thema Bruchrechnen finde ich z.B. die Videos von ako-lernen sehr gelungen (Explainity).

LG Philipp