digitale Placemat #kooperatives Lernen

Da ich bisher viele positive Erfahrungen beim Einsatz kooperativer Lernformen sammeln konnte, habe ich mir überlegt, wie man dies auch in digitaler Form im Unterricht umsetzen könnte – Exemplarisch beim Beispiel der Placemat-Methode:

Kooperative Lernformen – kurz und knapp

Bei kooperativen Lernformen folgt man dem THINK-PAIR-SHARE-Dreischritt: In der Think-Phase erarbeiten die SuS das Thema zunächst alleine, in der Pair-Phase arbeiten sie dann kooperativ mit einem Partner/einer Partnerin (z.B. nach Zufallsprinzip, positives Abhängigkeitsverhältnis der Aufgaben sinnvoll), um die Ergebnisse letztlich in der Share-Phase vor der Klasse vorzustellen.

Placemat – analog

Im Prinzip handelt es sich um ein Blatt im Querformat, dass in vier gleich große Felder eingeteilt ist, in der Mitte findet befindet sich ein zusätzliches Feld. Zunächst bearbeiten die SuS  das Thema für sich (Think) und halten ihre Ergebnisse stichwortartig in ihrem jeweiligen Feld fest. Man kann von allen Seiten gleichzeitig auf das Blatt schreiben. Hinterher erfolgt ein Abgleich durch Austausch mit den anderen Teammitgliedern (Pair) und die Ergebnisse werden ergänzt und verbessert in das mittlere Feld eingetragen. Zum Schluss kann jede Gruppe ihr Ergebnis innerhalb der Klasse vorstellen (Share).

Placemat – digital

1. Placemat mit QR-Codes

Streng genommen wird hier nicht die gesamte Placemat digitalisiert, die Inhalte zur Erarbeitung (Think) werden aber via. QR-Codes auf der klassischen Papier-Placemat eingefügt. So kann jeder SuS über den Scan des Codes den entsprechenden Inhalt erarbeiten (z.B. über eine LearningApp, einen LearningSnack, ein YouTube Video, Texte auf Internetseiten …). Wenn man das Ganze noch weitertreiben möchte, kann man über einen QR-Code im Ergebnisfeld ein ZUMPad oder eine nicht-öffentliche Padlet-Pinnwand einfügen, damit die SuS ihre Ergebnisse kollaborativ und digital zusammentragen können, sogar über die eigene Gruppe hinaus.

2. Kollaboratives Bearbeiten mit BaiBoard3

Mit der App BaiBoard3 (iOS) können SuS kollaborativ und in Echtzeit miteiander arbeiten. Was auf einem Display geschrieben wird, ist auf dem anderen Device direkt zu sehen. Man muss lediglich eine Placemat-Vorlage in den Hintergrund der Seite legen, dann können die SuS die inhalte digital miteinander bearbeiten. TIPP: die Hintergrundgrafik kann man schützen, damit die SuS das Layout nicht verschieben oder löschen können.

Ich konnte damit bisher sehr gute Erfahrunen im Unterricht in unterschiedlichen Klassenstufen sammeln und es ist für mich eine schöne Ergänzung zur Papierform! Natürlich müssen die technischen Voraussetzungen im Klassenzimmer gegeben sein (eigene Smartphones oder Schul-Devices zum Scannen der QR-Codes, ggfs. WLAN, Beamer).

Grüße Philipp

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Flipped Classroom meets Classcraft

Im letzten Post hatte ich ja bereits allgemein zum Thema „flipped classroom“ geschrieben. Aber wie kann ich das konkret in meinem Unterricht einsetzen? Da wir Classcraft im Unterricht einsetzen und die dazugehörige App über die Möglichkeit verfügt Unterrichtsinhalte einzuplegen, habe ich folgendes Szenario entwickelt:

  1. Lernvideo zum Thema erstellt, auf YouTube geladen.
  2. Lernvideo und Arbeitsanweisungen in Classcraft eingefplegt.
  3. Arbeitsmaterial hochgeladen (Übungsblätter, LearningApp zum Thema)
  4. kurze Einführung der Methode mit den Schülern (im Plenum)
  5. Selbstständige Arbeitsphase kombiniert mit kooperativer Lernform
    1. Think: Lernvideo ansehen + erstes Übungsblatt erledigen und im Heft verschriftlichen
    2. Pair: weiteres Übungsblatt mit Partner bearbeiten, ggfs. Lernvideo nochmals ansehen
    3. Share: Methode „aktives Plenum“ (> Vortrag Dr. Christian Spannagel), Schüler bearbeiten kooperativ weitere Aufgaben zum Thema, Lehrer nur als Lernbegleiter dabei.
  6. Vertiefung des Gelernten: z.B. durch Wochenplanarbeit, Lernspiele, LearningApps … (aktiver Part für den Lehrer)
Unterrichtsinhalte in der Classcraft App

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schüler haben jederzeit die Möglichkeit sich das Lernvideo nochmals anzusehen (z.B. auch über Links auf den PDF-Arbeitsblättern). Das Erledigen der Aufgaben ist natürlich mit den Belohnungen in Classcraft gekoppelt und soll zusätzliche Motivation schaffen.

Um der eigentlichen Methode noch gerechter werden zukönnen, soll künftig ausprobiert werden, ob die Schüler auch in der Lage sind, die Input-Phase vollständig zuhause zu durchlaufen, damit wir in der Schule direkt in die Übungs- und Vertiefungsphase gehen können.

Viele Grüße Philipp

 

Unterrichtsmethode „flipped classroom“ – umgedrehter Unterricht mit iPad

„flipped classroom“ steht wörtlich für „umgedrehtes Klassenzimmer“. Es handelt sich hierbei um eine Unterrichtsmethode, die den traditionellen Unterricht andersherum denkt:

  • Lehrer erstellt Lernvideos zum Thema
  • Schüler lernen in eigenem Tempo zuhause (z.B. über YouTube)
  • in der Schule die Inhalte mit unterschiedlichen Methoden und Aufgabenstellungen einüben
  • Ziel: der Lernende soll aktiver werden, übernimmt Verantwortung für seinen Lernprozess. Lehrer haben in der Unterrichtsphase mehr Zeit für die individuellen Belange/ Lernfortschritte der Schüler („Lernbegleiter“).

Die Kollegen Sebastian Schmidt (YouTube), Sebastian Stoll (Homepage), Carsten Thein und Felix Fähnrich (YouTube) wurden für die Implementierung der Methode 2016 mit dem „MINT von morgen“-Preis ausgezeichnet. Auf ihren Kanälen kann man einen guten Eindruck gewinnen, wie so solche Lernvideos aussehen können.

Modifizierter Einsatz an der Förderschule

Seit kurzem habe ich meinen Mathe-Unterricht auch „geflipped“ mit bisher sehr positiven Erfahrungen. Ich gehe allerdings davon aus, dass unsere Schüler zuhause nicht immer die Möglichkeiten haben, sich die Videos anzusehen. Deshalb habe ich die Video-Phase in den Unterricht gelegt. Zudem bette ich die Methode in eine kooperative Lernform (think-pair-share“) ein, um die Lernfortschritte zunächst im Austausch mit anderen Lerndenen zu vertiefen.

So sieht das konkret aus:

  • Lernvideo zum Thema alleine ansehen (think): Videos sind so gestaltet, dass die Schüler häufig parallel mit konkretem Material arbeiten oder Beispielaufgaben begleitend zum Video aufschreiben.
  • Austausch mit Klassenkameraden (pair): eine Wiederholungsaufgabe wird kooperativ erarbeitet.
  • Gruppentisch (share): Schüler erklären Gelerntes, Fragen werden geklärt, Übergang in eine längere Übungsphase (Lehrer als Lernbegleiter).

Eigene Lernvideos ganz einfach erstellen:

  • mit der App Explain Everything (Post + Tutorial hier!)
  • Vorgang einfach mit Kamera/ iPad abfilmen
  • auf vorhandene Lernvideos zurückgreifen (z.B. YouTube)

Viele Grüße Philipp